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Auf Grundlage der Empfehlungen von Deutschland (RKI)

Scharlach: Wie lange ist man ansteckend?

Scharlach und andere Infektionen mit A-Streptokokken sind ohne Behandlung laut Robert Koch-Institut bis zu 3 Wochen ansteckend.

Ansteckend bisTag 21Nach Symptombeginn (unbehandelt).
Zurück zu Arbeit oder SchuleWiederzulassung 24 Stunden nach der ersten Antibiotika-Dosis, wenn sich die Symptome zusätzlich einen Tag lang gebessert haben.

Ärztlich geprüft von Dr. Chrysoula Liakou, MD, PhDZahlen am 22.09.2026 an den Quellen geprüftSeite aktualisiert am 24.09.2026

Auf dieser SeiteIhre Daten berechnenDas WichtigsteTag für TagSchon vor den Symptomen ansteckend?Wann ist Scharlach am ansteckendsten?Scharlach – wie lange ansteckend mit und ohne Antibiotikum?Was der Rachenabstrich sagt – und was nichtAntibiotika: Was sie an der Ansteckung ändern – und warum die ganze Packung zähltZurück in Kita, Schule oder Arbeit: die Regel nach § 34 InfektionsschutzgesetzAlltagssituationen: Geschwister, Neugeborenes, Großeltern, FamilienessenKinder, Erwachsene und geschwächtes Immunsystem: Wer länger ansteckend bleibtWarum 24 Stunden, 48 Stunden oder gar keine Wartezeit – die Behörden im VergleichAnsteckung zu Hause verhindernWas die Empfehlungen in sechs Ländern sagenHäufige FragenGehen Sie zum Arzt, wennÜber diese SeiteQuellenWeitere Krankheiten

Das Wichtigste

  • Inkubation: Symptome treten 1–3 Tage nach der Ansteckung auf.
  • Meist ansteckend bis Tag 21 (unbehandelt).
  • Zurück zu Arbeit oder Schule: Wiederzulassung 24 Stunden nach der ersten Antibiotika-Dosis, wenn sich die Symptome zusätzlich einen Tag lang gebessert haben.

Mit einem wirksamen Antibiotikum erlischt die Ansteckungsfähigkeit bei Racheninfektionen nach 24 Stunden. In Kita und Schule dürfen Kinder nach § 34 Infektionsschutzgesetz zurück, wenn seit Beginn der Antibiotikatherapie 24 Stunden vergangen und die Beschwerden abgeklungen sind.

In Deutschland ist Scharlach eine der wenigen Kinderkrankheiten, für die es eine gesetzliche Regel gibt – und zugleich eine, bei der die Ansteckungsdauer fast vollständig von einer einzigen Entscheidung abhängt: Antibiotikum oder nicht. Diese Seite erklärt beide Wege mit den Angaben von RKI, BZgA (infektionsschutz.de) und gesund.bund.de.

Dazu gehören die Fragen, die Eltern am meisten beschäftigen: Dürfen Geschwister in die Kita? Ist ein Attest nötig? Ist die schuppende Haut ansteckend? Und warum verlangt Frankreich 48 statt 24 Stunden, die Niederlande dagegen gar keine Wartezeit?

Tag für Tag

Zählt man den Tag des Symptombeginns als Tag 0, ergeben sich aus den Zahlen von Deutschland (RKI) diese Tage.

TagWas passiert
0Symptome beginnen. Das ist der Bezugstag für jede Zahl auf dieser Seite.
21Ohne Antibiotika bleibt Scharlach bis zu 21 Tage nach Symptombeginn ansteckend.

Schon vor den Symptomen ansteckend?

Die Inkubationszeit beträgt laut RKI 1 bis 3 Tage, selten länger; BZgA und gesund.bund.de nennen dieselben 1 bis 3 Tage. Ob Erkrankte in dieser Zeit schon andere anstecken, beziffert keine deutsche Behörde. Das RKI beschreibt die Ansteckungsfähigkeit ab der akuten Infektion und ihr Ende – nicht ihren Beginn vor den ersten Beschwerden.

Was das RKI stattdessen beschreibt, ist für den Alltag wichtiger: Die meisten Menschen, die A-Streptokokken im Rachen tragen, sind gar nicht krank. Die Zahl der symptomlosen Träger hängt vom Alter ab und ist in der kalten Jahreszeit besonders bei Kindern hoch. Die BZgA sagt es einfacher: Menschen können mit Scharlach-Bakterien besiedelt sein, ohne selbst zu erkranken.

Die Nachbarländer setzen die Inkubationszeit ähnlich kurz an: Ameli in Frankreich 1 bis 4 Tage, das RIVM in den Niederlanden 2 bis 5 Tage, Canal Salut in Katalonien 3 bis 5 Tage. Für Eltern heißt das: Ein Kind, das am Montag Kontakt hatte, zeigt meist bis Mittwoch oder Donnerstag Symptome – oder gar keine.

Wann ist Scharlach am ansteckendsten?

Einen Zeitraum, in dem Scharlach am ansteckendsten ist, veröffentlicht keine deutsche Behörde – und auch keine der Nachbarbehörden. Was das RKI angibt, ist die Gesamtdauer ohne Behandlung: bis zu 3 Wochen, bei eitrigen Ausscheidungen auch länger. Wir nennen deshalb keinen Höhepunkt.

Übertragen werden A-Streptokokken bei Racheninfektionen laut RKI durch direkten oder indirekten Kontakt, weniger häufig über Tröpfchen oder Aerosole und selten über verunreinigte Lebensmittel oder Wasser. Die BZgA nennt Tröpfchen beim Sprechen, Husten oder Niesen sowie die Übertragung über Hände oder gemeinsam benutzte Gegenstände wie Besteck oder Spielzeug.

Der typische Verlauf laut RKI: Der Scharlach-Ausschlag beginnt am ersten oder zweiten Krankheitstag am Oberkörper und breitet sich aus; Handinnenflächen und Fußsohlen bleiben frei. Nach 6 bis 9 Tagen verschwindet der Ausschlag; einige Tage später schuppt sich die Haut, vor allem an Handflächen und Fußsohlen.

Scharlach – wie lange ansteckend mit und ohne Antibiotikum?

Mit Antibiotikum: Nach Beginn einer wirksamen antibiotischen Therapie erlischt laut RKI die Ansteckungsfähigkeit für Racheninfektionen nach 24 Stunden. BZgA und gesund.bund.de sagen es so: Ungefähr 24 Stunden nach der ersten Einnahme besteht keine Ansteckungsgefahr mehr. Der Rechner auf dieser Seite arbeitet mit diesen 24 Stunden ab der ersten Dosis.

Ohne Antibiotikum: Patienten mit einer akuten Streptokokken-Infektion, die nicht spezifisch behandelt wurden, können laut RKI bis zu 3 Wochen ansteckend sein, mit eitrigen Ausscheidungen auch länger. Die BZgA nennt ebenfalls bis zu 3 Wochen nach den ersten Beschwerden. Drei Wochen sind die Obergrenze, nicht der Regelfall – aber niemand kann Ihnen sagen, wann genau Ihr Kind ohne Behandlung aufhört, ansteckend zu sein.

Und die schuppende Haut? Die Schuppung gehört laut RKI zum normalen Verlauf nach dem Abklingen des Ausschlags. Die deutschen Behörden knüpfen die Ansteckungsfähigkeit an das Antibiotikum und an die Beschwerden – nicht an die Haut. Ein Kind, das nach abgeschlossener Behandlung noch schuppt, gilt nach diesen Regeln nicht mehr als ansteckend.

Was der Rachenabstrich sagt – und was nicht

Bei Verdacht auf eine Streptokokken-Angina kann laut RKI zunächst ein Antigen-Schnelltest aus dem Rachenabstrich sinnvoll sein. Diese Tests sind sehr spezifisch, aber nicht im gleichen Maße empfindlich. Ist das Ergebnis positiv, kann man von einer Infektion mit A-Streptokokken ausgehen, und die Erkrankten sollten behandelt werden. Bei negativem oder unklarem Ergebnis empfiehlt das RKI eine Kultur oder einen molekularbiologischen Test, um das weitere Vorgehen festzulegen und eine überflüssige Antibiotikabehandlung zu vermeiden.

Der Test sagt nichts darüber, wie lange jemand ansteckend ist. Er klärt, ob es Streptokokken sind – und damit, ob die 24-Stunden-Regel mit Antibiotikum greift oder die 3-Wochen-Spanne ohne. Ein Kontrollabstrich nach der Behandlung ist in keiner der drei deutschen Quellen Bedingung für die Rückkehr in Kita oder Schule.

Bei gesunden Geschwistern ist ein Abstrich meist wenig hilfreich: Weil laut RKI und gesund.bund.de viele Menschen die Bakterien symptomlos im Rachen tragen, beweist ein positiver Abstrich ohne Beschwerden keine Erkrankung. Für Kontaktpersonen zu unkompliziert Erkrankten sind laut RKI keine speziellen Maßnahmen erforderlich; sie sollten über das Infektionsrisiko und die Symptome aufgeklärt werden, damit im Krankheitsfall rechtzeitig behandelt wird.

Antibiotika: Was sie an der Ansteckung ändern – und warum die ganze Packung zählt

Bei Scharlach ändert das Antibiotikum alles: aus bis zu 3 Wochen werden 24 Stunden. Therapie der Wahl bei Rachen- und Hautinfektionen mit A-Streptokokken ist laut RKI die zehntägige Gabe von Penicillin beziehungsweise Amoxicillin oder Ampicillin. Für Kinder ist ein auf 5 Tage verkürztes Schema mit oralen Cephalosporinen gleichwertig; bei Penicillin-Allergie zeigen Erythromycin oder andere Makrolide über 5 bis 10 Tage ähnlich gute Ergebnisse.

Das RKI nennt zwei Gründe für die frühe Behandlung: Sie verkürzt die Zeit der Ansteckungsfähigkeit, und sie senkt die Wahrscheinlichkeit einer Folgeerkrankung nach einer Rachenentzündung. Aus dem zweiten Grund wird die Packung zu Ende genommen, auch wenn das Kind nach zwei Tagen wieder spielt: Die BZgA schreibt, die empfohlene Einnahmedauer muss unbedingt befolgt werden, auch wenn sich die Beschwerden zwischenzeitlich bessern; gesund.bund.de rät ebenso, das Medikament so lange einzunehmen, wie es verordnet wurde.

Ob ein Antibiotikum nötig ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt nach Test und Befund. Eine Halsentzündung mit Fieber und Hautausschlag sollte laut BZgA ärztlich abgeklärt werden.

Zurück in Kita, Schule oder Arbeit: die Regel nach § 34 Infektionsschutzgesetz

Scharlach ist eine der Krankheiten, für die § 34 IfSG gilt: Wer an Scharlach oder einer sonstigen A-Streptokokken-Infektion erkrankt oder dessen verdächtig ist, darf Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten vorübergehend nicht besuchen und dort keine Lehr-, Erziehungs-, Pflege- oder Aufsichtstätigkeiten ausüben. Die Eltern müssen laut BZgA die Einrichtung über die Erkrankung informieren.

Die Wiederzulassung regelt das RKI so: 24 Stunden nach Beginn einer wirksamen Antibiotikatherapie, sofern die Symptome abgeklungen sind. Bestehen unter der Therapie noch Fieber, schweres Krankheitsgefühl oder eiternde Hautveränderungen, erst nach deren Abklingen. Ohne Antibiotikum ist eine Wiederzulassung laut RKI frühestens 24 Stunden nach Abklingen der spezifischen Symptome angezeigt; gesund.bund.de sagt: frühestens 24 Stunden nach vollständigem Abklingen der Symptome. Die BZgA fasst es zusammen: Nach einer Antibiotika-Gabe ist die Rückkehr in der Regel am zweiten Tag möglich.

Ein Attest verlangt das Gesetz nicht: § 34 IfSG fordert laut RKI keine schriftliche Bescheinigung über das ärztliche Urteil, sie kann aber zur Absicherung aller Beteiligten zweckmäßig sein. Für Erwachsene außerhalb von Gemeinschaftseinrichtungen gibt es keine gesetzliche Frist; die 24-Stunden-Logik gilt trotzdem. Die Nachbarländer: Großbritannien (NHS) und Katalonien verlangen ebenfalls 24 Stunden nach der ersten Antibiotikadosis, Katalonien zusätzlich Fieberfreiheit. Frankreich (Ameli) und Italien verlangen 48 Stunden, Italien auf Basis eines Rundschreibens von 1998. Die Niederlande kennen bei einem gewöhnlichen Fall keinen Ausschluss – nur bei Ausbrüchen, in der Geburtshilfe und in der Lebensmittelzubereitung gelten dort 24 Stunden.

Alltagssituationen: Geschwister, Neugeborenes, Großeltern, Familienessen

Bei Scharlach ist die Rechnung einfach: 24 Stunden ab der ersten Antibiotikadosis, plus Abklingen der Beschwerden. So wenden Sie sie an.

  • Geschwister: Für Kontaktpersonen zu unkompliziert Erkrankten sind laut RKI keine speziellen Maßnahmen erforderlich; gesund.bund.de sagt dasselbe. Gesunde Geschwister dürfen in die Kita. Achten Sie bei ihnen in den nächsten 1 bis 3 Tagen auf Halsschmerzen, Fieber oder Ausschlag, und gehen Sie dann früh zur Ärztin oder zum Arzt.
  • Neugeborenes oder Schwangere im Haus: In den ersten 24 Stunden der Behandlung Abstand halten, danach gilt das Kind nach RKI-Angaben nicht mehr als ansteckend. Getrennte Handtücher, kein geteiltes Besteck, Hände waschen (BZgA).
  • Großeltern: Menschen mit geschwächtem Immunsystem, etwa durch Diabetes oder Chemotherapie, sollten bei Streptokokken-Symptomen selbst rasch ärztlich abgeklärt werden. Besuch also erst nach den 24 Stunden – ohne Antibiotikum erst, wenn das Kind seit mehr als 24 Stunden beschwerdefrei ist.
  • Bett teilen: Die Übertragung läuft laut RKI vor allem über Kontakt, weniger über Tröpfchen. In der ersten Behandlungsnacht getrennt schlafen, Bettwäsche danach wechseln.
  • Familienessen, Fitnessstudio, Flug: für Erwachsene mit Streptokokken-Angina gilt dieselbe Regel – 24 Stunden nach der ersten Dosis und fieberfrei. Ohne Antibiotikum rechnen Sie mit bis zu 3 Wochen und verschieben alles, was Kontakt zu vielen Menschen bedeutet.
  • Pflegeheim: 24 Stunden nach Therapiebeginn und beschwerdefrei. Bei eiternden Hautveränderungen erst, wenn sie abgeheilt sind – das RKI nennt sie ausdrücklich als Grund für längere Ansteckung.

Kinder, Erwachsene und geschwächtes Immunsystem: Wer länger ansteckend bleibt

Anders als bei Grippe oder RSV nennt das RKI bei Streptokokken keine Gruppe, die grundsätzlich länger ansteckend bleibt. Länger ansteckend sind laut RKI unbehandelte Patienten mit eitrigen Ausscheidungen – also Hautinfektionen, die noch nässen oder eitern. Für Menschen mit geschwächtem Immunsystem macht der RKI-Ratgeber zur Ansteckungsdauer keine gesonderte Aussage.

Kinder sind nicht länger ansteckend, sie sind häufiger betroffen: Symptomlose Träger sind laut RKI in der kalten Jahreszeit vor allem Kinder, und Scharlach kann mehrfach auftreten, weil laut RKI, BZgA und gesund.bund.de die Immunität nur gegen das jeweils beteiligte Toxin entsteht. Ein zweiter Scharlach im nächsten Winter ist deshalb kein Grund, sich Sorgen um das Immunsystem zu machen.

Ernst wird es bei schweren invasiven Verläufen: Für Personen im Haushalt von schwer Erkrankten – Sepsis, toxisches Schocksyndrom, nekrotisierende Fasziitis – sollte laut RKI eine vorbeugende Antibiotikagabe empfohlen werden. Bei Atemnot, wenn jemand nicht mehr schlucken kann oder der Speichel aus dem Mund läuft, bei einem pfeifenden Geräusch beim Einatmen oder wenn sich die Beschwerden rasch verschlimmern, wählen Sie den Notruf 112.

Warum 24 Stunden, 48 Stunden oder gar keine Wartezeit – die Behörden im Vergleich

Umstritten ist bei Scharlach nicht die Wissenschaft, sondern die Sicherheitsmarge. Deutschland, Großbritannien und Katalonien setzen auf die 24 Stunden, nach denen laut RKI die Ansteckungsfähigkeit bei Racheninfektionen erlischt. Frankreich verlangt 48 Stunden – also die doppelte Spanne. Italien verlangt ebenfalls 48 Stunden, allerdings auf Grundlage eines Rundschreibens des Gesundheitsministeriums von 1998; Ärztinnen, Ärzte und Schulen dort können aktuellere Leitlinien anwenden.

Die Niederlande gehen den entgegengesetzten Weg: Ein gewöhnlicher Fall darf mit normaler Hygiene zur Schule oder zur Arbeit gehen. Die Begründung deckt sich mit dem, was auch das RKI beschreibt: viele Menschen tragen die Bakterien ohnehin symptomlos, und ein Ausschluss Einzelner hält die Zirkulation nicht auf. Ausnahmen macht das RIVM nur bei Ausbrüchen, in der Geburtshilfe und in der Lebensmittelzubereitung, dann gelten 24 Stunden nach Therapiebeginn.

Auch die Ansteckungsdauer ohne Behandlung wird unterschiedlich gefasst: RKI bis zu 3 Wochen, Ameli typisch 10 bis maximal 21 Tage, NHS und RIVM 2 bis 3 Wochen. Das ist dieselbe Spanne mit unterschiedlicher Betonung. Wer in Deutschland lebt, hat es einfach: 24 Stunden mit Antibiotikum, sonst bis zu drei Wochen.

Was die Empfehlungen in sechs Ländern sagen

Dieselbe Krankheit, sechs offizielle Positionen. Wo ein Land nichts veröffentlicht, steht das in der Tabelle, statt die Zahl des Nachbarn zu übernehmen.

EmpfehlungAnsteckend bisZurück zu Arbeit oder SchuleQuelle
UK & USA (NHS / CDC)Tag 14 bis 21 (unbehandelt)24 Stunden nach der ersten Antibiotika-Dosis sind Sie nicht mehr ansteckend. Bis dahin nicht in Kita, Schule oder Arbeit.NHS
Deutschland (RKI)Tag 21 (unbehandelt)Wiederzulassung 24 Stunden nach der ersten Antibiotika-Dosis, wenn sich die Symptome zusätzlich einen Tag lang gebessert haben.Robert Koch-Institut
Frankreich (Assurance Maladie)Tag 10 bis 21 (unbehandelt)48 Stunden nach der ersten Antibiotika-Dosis sind Sie nicht mehr ansteckend. Bis dahin nicht in Kita, Schule oder Arbeit.Ameli
Spanien (Sanidad / Canal Salut)Nicht veröffentlichtWiederzulassung 24 Stunden nach der ersten Antibiotika-Dosis, wenn das Fieber weg ist.Canal Salut, ASPCAT
Italien (ISS)Tag 10 bis 21 (unbehandelt)48 Stunden nach der ersten Antibiotika-Dosis sind Sie nicht mehr ansteckend. Bis dahin nicht in Kita, Schule oder Arbeit.Ministero della Salute
Niederlande (RIVM)Tag 14 bis 21 (unbehandelt)Es gibt keine Pflicht, zu Hause zu bleiben.RIVM, Thuisarts.nl

Ansteckung zu Hause verhindern

Weil Streptokokken vor allem über Kontakt und geteilte Gegenstände wandern, sind die Maßnahmen zu Hause simpel – und sie wirken.

  • Hände regelmäßig und gründlich mit Wasser und Seife waschen – die BZgA nennt es die wichtigste Maßnahme.
  • Besteck, Gläser und Spielzeug in den ersten 24 Stunden der Behandlung nicht teilen (die BZgA nennt Besteck und Spielzeug als Übertragungsweg).
  • Husten- und Niesregeln einhalten: Taschentuch oder Armbeuge, von anderen abwenden; regelmäßig lüften (BZgA).
  • Das Antibiotikum vollständig einnehmen, auch wenn es dem Kind schnell besser geht (BZgA, gesund.bund.de).
  • Die Kita oder Schule informieren – das ist laut BZgA Pflicht der Eltern – und gesunde Geschwister aufmerksam beobachten, wie es das RKI für Kontaktpersonen empfiehlt.
  • Bei eiternden Hautstellen: abdecken und die Behandlung abwarten; laut RKI verlängern eitrige Ausscheidungen die Ansteckungsfähigkeit.

Häufige Fragen

Scharlach – wie lange ist man ansteckend?

Ohne Antibiotikum laut RKI bis zu 3 Wochen, mit eitrigen Ausscheidungen auch länger; die BZgA nennt ebenfalls bis zu 3 Wochen nach den ersten Beschwerden. Mit einem wirksamen Antibiotikum erlischt die Ansteckungsfähigkeit bei Racheninfektionen laut RKI nach 24 Stunden – BZgA und gesund.bund.de sagen: etwa 24 Stunden nach der ersten Einnahme.

Wie lange ist Scharlach mit Antibiotika ansteckend?

24 Stunden ab der ersten Einnahme eines wirksamen Antibiotikums, so RKI, BZgA und gesund.bund.de. Danach darf ein Kind laut RKI zurück in Kita oder Schule, sofern die Symptome abgeklungen sind. Besteht unter der Therapie noch Fieber, schweres Krankheitsgefühl oder eiternde Haut, zählt das Abklingen dieser Beschwerden. Die Packung wird trotzdem bis zum Ende genommen.

Wann darf mein Kind nach Scharlach wieder in die Kita oder Schule?

Nach § 34 Infektionsschutzgesetz und den RKI-Empfehlungen: 24 Stunden nach Beginn einer wirksamen Antibiotikatherapie und nach Abklingen der Symptome. Die BZgA sagt: in der Regel am zweiten Tag. Ohne Antibiotikum frühestens 24 Stunden nach vollständigem Abklingen der Symptome (RKI, gesund.bund.de). Die Eltern müssen die Einrichtung über die Erkrankung informieren.

Brauche ich für die Kita ein Attest nach Scharlach?

Nein, das Gesetz verlangt keines: § 34 IfSG fordert laut RKI keine schriftliche Bescheinigung über das ärztliche Urteil, sie kann aber zur Absicherung aller Beteiligten zweckmäßig sein. Ob Ihre Einrichtung trotzdem eine Bescheinigung möchte, klären Sie mit ihr. Pflicht ist dagegen, die Einrichtung über die Erkrankung zu informieren (BZgA).

Dürfen Geschwister in die Kita, wenn ein Kind Scharlach hat?

Ja. Für Kontaktpersonen zu unkompliziert Erkrankten sind laut RKI keine speziellen Maßnahmen erforderlich; gesund.bund.de sagt dasselbe. Wichtig ist laut RKI, dass Kontaktpersonen über das Risiko und die Symptome aufgeklärt sind, damit im Krankheitsfall früh behandelt wird. Bekommt das Geschwisterkind Halsschmerzen, Fieber oder Ausschlag, gehen Sie zeitnah zur Ärztin oder zum Arzt.

Ist Scharlach für Erwachsene ansteckend?

Ja. Erwachsene können sich anstecken und erkranken, meist als Rachenentzündung, und sie können die Bakterien laut RKI auch symptomlos im Rachen tragen. Es gelten dieselben Zahlen: ohne Behandlung bis zu 3 Wochen, mit Antibiotikum 24 Stunden. Wer in einer Gemeinschaftseinrichtung arbeitet, unterliegt laut RKI ebenfalls dem Tätigkeitsverbot nach § 34 IfSG, bis die Wiederzulassung möglich ist.

Wie lange dauert Scharlach?

Der Ausschlag beginnt laut RKI am ersten oder zweiten Krankheitstag und verschwindet nach 6 bis 9 Tagen; einige Tage später schuppt sich die Haut, vor allem an Handflächen und Fußsohlen. Die Antibiotikabehandlung dauert laut RKI je nach Wirkstoff 5 bis 10 Tage und wird vollständig eingenommen. Bessern sich die Halsschmerzen nach einer Woche nicht, lassen Sie das abklären.

Ist die schuppende Haut nach Scharlach ansteckend?

Die Schuppung ist laut RKI Teil des normalen Verlaufs nach dem Ausschlag. Die deutschen Behörden knüpfen die Ansteckungsfähigkeit an die Antibiotikatherapie (24 Stunden) und das Abklingen der Beschwerden, nicht an die Haut. Ein Kind, das die Behandlung begonnen hat und beschwerdefrei ist, gilt nach diesen Regeln nicht mehr als ansteckend – auch wenn die Hände noch schuppen.

Kann man mehrmals Scharlach bekommen?

Ja. Eine Immunität entsteht laut RKI nur gegen das Toxin, das bei der durchgemachten Infektion vorherrschte; weil die Bakterien verschiedene Giftstoffe bilden, sind mehrfache Erkrankungen möglich. BZgA und gesund.bund.de sagen dasselbe. Jede neue Erkrankung wird wie die erste behandelt, mit derselben 24-Stunden-Regel.

Wie lange ist eine Streptokokken-Angina ohne Scharlach ansteckend?

Genauso lange: Das RKI behandelt Scharlach und sonstige Infektionen mit A-Streptokokken gemeinsam. Ohne Behandlung bis zu 3 Wochen, mit wirksamem Antibiotikum erlischt die Ansteckungsfähigkeit bei Racheninfektionen nach 24 Stunden. Auch § 34 IfSG nennt ausdrücklich Scharlach oder sonstige Streptococcus-pyogenes-Infektionen – die Kita-Regel gilt also für beide.

Was sagt der Schnelltest über die Ansteckung?

Nichts über die Dauer, aber viel darüber, welche Regel gilt. Ein positiver Antigen-Schnelltest aus dem Rachen bedeutet laut RKI eine Infektion mit A-Streptokokken, die behandelt werden sollte – ab der ersten Dosis laufen dann die 24 Stunden. Bei negativem oder unklarem Ergebnis empfiehlt das RKI eine Kultur oder einen molekularen Test, um unnötige Antibiotika zu vermeiden. Ein Kontrollabstrich ist für die Rückkehr nicht vorgesehen.

Warum verlangt Frankreich 48 Stunden und die Niederlande gar nichts?

Weil die Behörden unterschiedliche Sicherheitsmargen wählen. Deutschland, Großbritannien und Katalonien setzen auf die 24 Stunden, nach denen laut RKI die Ansteckungsfähigkeit erlischt; Frankreich und Italien verdoppeln auf 48 Stunden. Die Niederlande verzichten bei gewöhnlichen Fällen auf einen Ausschluss, weil viele Menschen die Bakterien ohnehin symptomlos tragen, und verlangen 24 Stunden nur bei Ausbrüchen, in Geburtshilfe und Lebensmittelbetrieben.

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  • Sie haben ein geschwächtes Immunsystem, etwa durch Diabetes oder Chemotherapie
  • die Halsschmerzen bessern sich nach einer Woche nicht

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  • Speichelfluss als Zeichen, dass Schlucken nicht mehr möglich ist
  • ein pfeifendes Geräusch beim Einatmen
  • schwere Symptome, die sich schnell verschlechtern

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Ärztlich geprüft

Erstellt von der medizinischen Redaktion von Mobi Doctor. Jede Zahl auf dieser Seite ist auf eine datierte offizielle Quelle zurückgeführt, aufgelistet unter Quellen. Die sechs nationalen Empfehlungen werden getrennt gehalten: Wo eine Behörde nichts veröffentlicht, sagt die Seite das, statt die Zahl eines Nachbarlandes zu übernehmen. Jede Zahl wurde vor der Veröffentlichung unabhängig an ihrer Quelle geprüft.

Ärztlich geprüft von Dr. Chrysoula Liakou, MD, PhD.

Etwas veraltet? Schreiben Sie uns über die Kontaktseite, wir prüfen es an der Quelle. Kontakt

Quellen

  1. RKI-Ratgeber Streptococcus pyogenes — Robert Koch-Institut (Stand 01.02.2024)
  2. Scarlet fever — NHS (Stand 23.12.2024)
  3. Sore throat — NHS (Stand 08.04.2024)
  4. Scarlatine : definition, symptomes, transmission — Ameli (Assurance Maladie) (Stand 24.03.2025)
  5. Scarlatine : prevention — Ameli (Assurance Maladie) (Stand 26.03.2025)
  6. Escarlatina — Canal Salut (Generalitat de Catalunya) (Stand 27.04.2023)
  7. Exclusio escolar — ASPCAT (Generalitat de Catalunya) (Stand 03.12.2025)
  8. Circolare n.4 del 13 marzo 1998 — Ministero della Salute (Stand 13.03.1998)
  9. Groep A-streptokokkeninfectie — RIVM (Stand 03.07.2026)
  10. Mijn kind heeft roodvonk — Thuisarts.nl (Stand 27.07.2026)
  11. Erregersteckbrief Scharlach — BZgA infektionsschutz.de (Stand 01.03.2024)
  12. Scharlach — gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) (Stand 26.08.2024)
  13. Atemwegsinfektionen — BZgA infektionsschutz.de (Stand 17.03.2025)

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