Medizinischer Notfall? Rufen Sie sofort die 112 oder Ihre örtliche Notrufnummer an.
Auf Grundlage der Empfehlungen von Deutschland (RKI)

Wie lange ist Grippe ansteckend?

Mit einer Grippe (Influenza) sind Sie nach Angaben des Robert Koch-Instituts im Mittel etwa 4 bis 5 Tage ab dem ersten Krankheitstag ansteckend; bei Krankenhauspatienten wurden im Schnitt 7 Tage gemessen.

Ansteckend bisTag 5–7Nach Symptombeginn. Ansteckend ab 1 Tag vor den Symptomen.
Zurück zu Arbeit oder SchuleBleiben Sie 3 bis 5 Tage zu Hause, und bis sich Ihre Symptome deutlich gebessert haben.

Ärztlich geprüft von Dr. Chrysoula Liakou, MD, PhDZahlen am 22.09.2026 an den Quellen geprüftSeite aktualisiert am 24.09.2026

Auf dieser SeiteIhre Daten berechnenDas WichtigsteTag für TagSchon vor den ersten Symptomen ansteckend?Wann ist Grippe am ansteckendsten?Wie lange ist man mit Grippe ansteckend – und warum Husten allein kein Maßstab istWas ein Grippetest sagt – und was nichtAntivirale Medikamente: Was sie an der Ansteckung ändernZurück zur Arbeit, in die Schule oder Kita: die Regel in DeutschlandAlltagssituationen: Neugeborenes, Großeltern, Bett, Fitnessstudio, FlugKinder, ältere Menschen und geschwächtes Immunsystem: Wer länger ansteckend bleibtWarum die Behörden bei Grippe unterschiedliche Zahlen nennenAnsteckung verhindern: Impfung, Grippewelle und Hygiene zu HauseWas die Empfehlungen in sechs Ländern sagenHäufige FragenGehen Sie zum Arzt, wennÜber diese SeiteQuellenWeitere Krankheiten

Das Wichtigste

  • Inkubation: Symptome treten 1–3 Tage nach der Ansteckung auf.
  • Ansteckend ab 1 Tag vor den Symptomen.
  • Meist ansteckend bis Tag 5; äußerste Grenze Tag 7.
  • Zurück zu Arbeit oder Schule: Bleiben Sie 3 bis 5 Tage zu Hause, und bis sich Ihre Symptome deutlich gebessert haben.
  • Kinder: Kleine Kinder können länger ansteckend sein.

Schon vor den ersten Beschwerden können Sie andere anstecken. Die BZgA empfiehlt, 3 bis 5 Tage und bis zur deutlichen Besserung zu Hause zu bleiben.

Diese Seite beantwortet die Frage „Wie lange ist Grippe ansteckend?“ so, wie die deutschen Behörden sie beantworten – mit den Zahlen des RKI-Ratgebers, der BZgA (infektionsschutz.de) und von gesund.bund.de. Es geht um die Ansteckung vor den Symptomen, um Test und Medikamente und um die Rückkehr an den Arbeitsplatz, in die Schule oder in die Kita.

Wichtig vorab: In Deutschland gibt es für Grippe keine gesetzliche Isolationsfrist, sondern eine Empfehlung, die sich an Tagen und an Ihrem Zustand orientiert. Andere europäische Behörden ziehen die Grenze anders – das ist kein Widerspruch, sondern liegt daran, dass sie unterschiedliche Größen messen.

Tag für Tag

Zählt man den Tag des Symptombeginns als Tag 0, ergeben sich aus den Zahlen von Deutschland (RKI) diese Tage.

TagWas passiert
−1Sie können Grippe schon weitergeben, bevor Sie sich krank fühlen.
0Symptome beginnen. Das ist der Bezugstag für jede Zahl auf dieser Seite.
5Für die meisten ist der Ansteckungszeitraum vorbei.
7Äußerste Grenze für ansonsten gesunde Erwachsene.

Schon vor den ersten Symptomen ansteckend?

Ja, das ist möglich – aber das RKI nennt dafür keine Zahl. Der RKI-Ratgeber Influenza hält lediglich fest: „Eine Ausscheidung vor Symptombeginn ist möglich.“ Wie viele Stunden oder Tage vorher, steht dort nicht. Wir übernehmen deshalb keine Zahl aus einem anderen Land als deutsche Angabe.

Die BZgA wird in ihrem Erregersteckbrief Grippe konkreter: Erkrankte können bereits am Tag vor Beginn der Beschwerden ansteckend sein. Das deckt sich mit den US-amerikanischen CDC und dem niederländischen RIVM, die ebenfalls einen Tag vor Symptombeginn ansetzen. Das italienische ISS geht von bis zu zwei Tagen vorher aus.

Für die Inkubationszeit – die Zeit von der Ansteckung bis zu den ersten Beschwerden – gibt das RKI etwa 1 bis 3 Tage an, die BZgA 1 bis 2 Tage. Praktisch heißt das: Wenn jemand in Ihrem Haushalt Fieber bekommt, hatten Sie in den Tagen davor wahrscheinlich schon Kontakt mit dem Virus.

Wann ist Grippe am ansteckendsten?

Das RKI nennt für die saisonale Grippe keinen Zeitraum, in dem die Ansteckungsgefahr am größten ist. Es beschreibt die Ansteckungsfähigkeit als Mittelwert von 4 bis 5 Tagen ab Symptombeginn, ohne einen Höhepunkt herauszuheben.

Andere Behörden tun das: Die CDC sehen die ansteckendste Phase in den ersten drei Krankheitstagen, das RIVM am ersten bis dritten Tag nach Symptombeginn. Dazu passt eine Beobachtung des RKI aus der Diagnostik: Die Wahrscheinlichkeit eines positiven Labortests nimmt nach den ersten zwei Krankheitstagen kontinuierlich ab.

Für Ihren Alltag bedeutet das: Die Tage mit Fieber, Husten und starkem Krankheitsgefühl sind die Tage, an denen Sie am ehesten andere anstecken. Das Virus verbreitet sich laut RKI überwiegend über ausgeatmete infektiöse Partikel im Nahbereich, daneben über die Hände und über Oberflächen, die mit virushaltigem Sekret verunreinigt sind.

Wie lange ist man mit Grippe ansteckend – und warum Husten allein kein Maßstab ist

Das RKI misst die Ansteckungsfähigkeit als Ausscheidung vermehrungsfähiger Viren. Sie beträgt im Mittel etwa 4 bis 5 Tage ab den ersten Symptomen. Eine Studie mit Krankenhauspatienten – oft Menschen mit Vorerkrankungen und schwererem Verlauf – ergab eine mittlere Ausscheidungsdauer von 7 Tagen. Das ist die Obergrenze, mit der der Rechner auf dieser Seite arbeitet.

Die BZgA sagt es einfacher: ansteckend bis etwa eine Woche nach Auftreten der ersten Krankheitszeichen. gesund.bund.de schreibt: Auch wenn die Grippe wieder abklingt, ist man noch bis zu einer Woche ansteckend. Alle drei deutschen Quellen landen für sonst gesunde Erwachsene also bei rund einer Woche.

Krank ist man laut RKI in der Regel 5 bis 7 Tage, je nach Konstitution und Komplikationen auch deutlich länger. Husten und Erschöpfung halten laut BZgA und gesund.bund.de oft noch länger an. Ein Husten in der zweiten oder dritten Woche heißt deshalb nicht, dass Sie noch ansteckend sind – das RKI misst die Ansteckung an Viren, nicht an Symptomen. Umgekehrt gilt: Bei Kindern und schwer Erkrankten kann die Ausscheidung länger dauern. Bessern sich Fieber und Krankheitsgefühl nach 7 Tagen nicht, lassen Sie sich ärztlich beraten.

Was ein Grippetest sagt – und was nicht

Ein Test beantwortet die Frage „Habe ich Influenza?“, nicht die Frage „Bin ich noch ansteckend?“. Das RKI nennt die PCR als Goldstandard. Antigen-Schnelltests sind je nach Virustyp nur gut bis mäßig empfindlich, aber recht spezifisch: Ein positiver Schnelltest während einer Grippewelle hat eine hohe Aussagekraft, ein negativer schließt eine Grippe nicht aus.

Dazu kommt der Zeitfaktor: Die Wahrscheinlichkeit eines positiven Labortests sinkt nach den ersten zwei Krankheitstagen kontinuierlich. Ein negativer Test am fünften Tag beweist also nicht, dass Sie das Virus nicht hatten – und keine deutsche Behörde koppelt das Ende der Ansteckungsfähigkeit an ein negatives Testergebnis. Maßgeblich bleiben die Tage seit Symptombeginn und Ihr Zustand.

Sinnvoll ist ein Test vor allem dann, wenn das Ergebnis eine Entscheidung ändert – etwa, ob bei einem Menschen aus einer Risikogruppe eine antivirale Behandlung begonnen wird. Das muss laut RKI früh geschehen.

Antivirale Medikamente: Was sie an der Ansteckung ändern

Gegen Influenza gibt es spezifische antivirale Wirkstoffe, die Neuraminidasehemmer Oseltamivir und Zanamivir. Das RKI empfiehlt, eine solche Therapie so früh wie möglich zu beginnen, das heißt innerhalb von 48 Stunden nach den ersten Symptomen. Laut BZgA kommen diese Mittel im Einzelfall und nach ärztlicher Verordnung zum Einsatz – nicht bei jeder Grippe.

Was diese Mittel für die Ansteckungsdauer bedeuten, lässt der RKI-Ratgeber offen: Er macht keine Aussage dazu, dass die Behandlung die Virusausscheidung verkürzt oder Übertragungen verhindert. gesund.bund.de nennt Hinweise, dass Oseltamivir die Krankheitsdauer um knapp einen Tag verkürzen könnte. Wer ein antivirales Mittel nimmt, sollte sich also weiter an die BZgA-Empfehlung halten: 3 bis 5 Tage zu Hause und bis zur deutlichen Besserung.

Antibiotika helfen gegen Grippeviren nicht, weil sie nur gegen Bakterien wirken.

Zurück zur Arbeit, in die Schule oder Kita: die Regel in Deutschland

Deutschland hat für Grippe keine feste Isolationsfrist und keine Wiederzulassungsregel nach dem Infektionsschutzgesetz: In der RKI-Übersicht der Krankheiten, für die § 34 IfSG ein Besuchsverbot in Gemeinschaftseinrichtungen vorsieht, taucht die Influenza nicht auf. Was es gibt, ist eine klare Empfehlung der BZgA für alle Atemwegsinfektionen: nach Möglichkeit drei bis fünf Tage und bis zur deutlichen Besserung der Beschwerden zu Hause bleiben.

Beide Bedingungen zählen. Wer am dritten Tag noch Fieber hat, bleibt zu Hause. Wer am fünften Tag noch hustet, aber fieberfrei und deutlich besser ist, kann zurück – mit Mund-Nasen-Schutz, wenn Kontakt zu Risikogruppen nicht vermeidbar ist. Der Erregersteckbrief Grippe der BZgA ergänzt: in der akuten Krankheitsphase zu Hause bleiben, Bettruhe halten und den Kontakt zu anderen einschränken, besonders zu Säuglingen, Kleinkindern und Schwangeren.

Die Nachbarländer ziehen die Grenze anders. Das niederländische RIVM kennt keinen formalen Ausschluss und sieht das Übertragungsrisiko ab dem fünften Tag deutlich sinken. Das italienische ISS rät, bis zur Genesung zu Hause zu bleiben, etwa 7 Tage. Der britische NHS sagt: zu Hause bleiben, solange Sie Fieber haben oder sich krank fühlen. Ameli in Frankreich veröffentlicht keine Rückkehrregel. Für Kinder gilt in Deutschland dieselbe BZgA-Empfehlung wie für Erwachsene.

Alltagssituationen: Neugeborenes, Großeltern, Bett, Fitnessstudio, Flug

So lassen sich die Zahlen von RKI und BZgA auf typische Alltagssituationen anwenden.

  • Neugeborenes oder Großeltern im Haus: Säuglinge, Ältere und Schwangere gehören laut BZgA und RKI zu den Gruppen mit erhöhtem Risiko für schwere Verläufe. Halten Sie in der Woche nach Symptombeginn Abstand, tragen Sie im selben Raum einen Mund-Nasen-Schutz und waschen Sie sich vor jedem Kontakt die Hände. Kann niemand anderes das Baby versorgen, ist die Maske das Wichtigste.
  • Bett und Schlafzimmer teilen: Das Virus wird laut RKI überwiegend über ausgeatmete Partikel im Nahbereich übertragen – und nirgends ist der Abstand über Stunden so klein wie im Bett. Schlafen Sie in den ersten Tagen getrennt, wenn das möglich ist, und lüften Sie das Krankenzimmer regelmäßig, wie es die BZgA empfiehlt.
  • Fitnessstudio und Sport: frühestens nach den 3 bis 5 Tagen der BZgA-Empfehlung und erst, wenn Sie deutlich besser sind.
  • Flug oder Bahnfahrt: In der Woche nach Symptombeginn sind Sie nach den RKI-Zahlen noch ansteckend. Lässt sich die Reise nicht verschieben, tragen Sie durchgehend einen Mund-Nasen-Schutz zum Fremdschutz, wie ihn die BZgA für Erkrankte empfiehlt.
  • Familienessen: Sagen Sie in den ersten fünf Tagen ab, wenn ältere, schwangere oder chronisch kranke Angehörige dabei sind. Danach nur, wenn Sie fieberfrei und deutlich besser sind.
  • Besuch im Pflegeheim: Verschieben Sie ihn. Für sonst Gesunde nennt das RKI im Mittel 4 bis 5 Tage, für Krankenhauspatienten 7 Tage – und die Menschen, die Sie besuchen, gehören zur Risikogruppe. Warten Sie mindestens eine Woche ab Symptombeginn und bis Sie beschwerdefrei sind.

Kinder, ältere Menschen und geschwächtes Immunsystem: Wer länger ansteckend bleibt

Das RKI schreibt: Eine längere Dauer der Virusausscheidung ist vor allem bei Kindern möglich – ohne eine Zahl zu nennen. Die BZgA sagt, Kinder oder Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem können die Erreger länger ausscheiden. Die RKI-FAQ ergänzen: Personen mit chronischen Vorerkrankungen, Immunsupprimierte und schwerer Erkrankte können länger ansteckend sein.

Wie viel länger, sagt keine deutsche Behörde. Zur Einordnung: Thuisarts.nl in den Niederlanden rechnet bei Kindern mit bis zu 14 Tagen, Ameli in Frankreich mit bis zu 7 Tagen; das RIVM nennt für stark immungeschwächte Menschen Wochen bis Monate. Das sind die Größenordnungen, mit denen Sie bei einem kranken Kind oder einem Angehörigen unter Immunsuppression rechnen sollten – als Orientierung, nicht als deutsche Regel.

Zu den Risikogruppen für schwere Verläufe zählt das RKI ältere Menschen, Menschen mit chronischen Herz- oder Lungenerkrankungen, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes und Immundefekten sowie Schwangere. BZgA und gesund.bund.de ziehen die Altersgrenze bei 60 Jahren. Für diese Gruppen zählt die 48-Stunden-Frist für antivirale Mittel besonders. Bei schwerer Atemnot, plötzlichen Brustschmerzen oder Bluthusten wählen Sie den Notruf 112.

Warum die Behörden bei Grippe unterschiedliche Zahlen nennen

Die Behörden messen nicht dasselbe. Das RKI gibt einen Mittelwert der Ausscheidung vermehrungsfähiger Viren an (4 bis 5 Tage) und daneben einen Studienwert für Krankenhauspatienten (7 Tage). Die CDC beschreiben einen Zeitraum von einem Tag vor bis 5 bis 7 Tage nach Symptombeginn. Das RIVM nennt meist 5 bis 7 Tage und den Höhepunkt an Tag 1 bis 3. Das ISS in Italien setzt den Beginn zwei Tage vor den Symptomen und die Obergrenze bei 10 Tagen. Ameli hält 5 Tage für Erwachsene und 7 für Kinder fest. Die Comunidad de Madrid nennt nur die Inkubationszeit von 1 bis 2 Tagen.

Mittelwert, typische Spanne oder äußerste Grenze; Erwachsene oder Kinder; Studien an sonst Gesunden oder an Krankenhauspatienten – je nachdem, was eine Behörde in einen Satz packt, entsteht eine andere Zahl. Keine davon ist falsch. Selbst innerhalb Deutschlands gibt es Nuancen: Der RKI-Ratgeber nennt eine Inkubationszeit von 1 bis 3 Tagen, die RKI-FAQ und die BZgA 1 bis 2 Tage.

Bei den Rückkehrregeln unterscheiden sich die Länder im Ansatz: Deutschland gibt mit der BZgA eine Tagesempfehlung plus Zustandskriterium, die Niederlande verzichten auf jeden formalen Ausschluss, Italien koppelt die Rückkehr an die Genesung, Großbritannien an Fieber und Krankheitsgefühl. Wer zwischen diesen Ländern pendelt, hält sich am besten an die strengere Regel.

Was die Empfehlungen in sechs Ländern sagen

Dieselbe Krankheit, sechs offizielle Positionen. Wo ein Land nichts veröffentlicht, steht das in der Tabelle, statt die Zahl des Nachbarn zu übernehmen.

EmpfehlungAnsteckend bisZurück zu Arbeit oder SchuleQuelle
UK & USA (NHS / CDC)Tag 5 bis 7Bleiben Sie zu Hause, solange Sie Fieber haben oder sich zu krank fühlen. Danach können Sie zurück.CDC, NHS
Deutschland (RKI)Tag 5 bis 7Bleiben Sie 3 bis 5 Tage zu Hause, und bis sich Ihre Symptome deutlich gebessert haben.Robert Koch-Institut, BZgA infektionsschutz.de
Frankreich (Assurance Maladie)Tag 5Nicht veröffentlichtAmeli
Spanien (Sanidad / Canal Salut)Tag 3 bis 7Nicht veröffentlichtMinisterio de Sanidad, Comunidad de Madrid
Italien (ISS)Tag 5 bis 10Bleiben Sie der Arbeit oder Schule fern, bis Sie genesen sind — meist etwa 7 Tage.EpiCentro / Istituto Superiore di Sanità
Niederlande (RIVM)Tag 5 bis 7Es gibt keine formale Ausschlussfrist. Zurück, wenn Sie genesen sind; das Risiko für Ihr Umfeld sinkt 5 Tage nach Symptombeginn deutlich.RIVM

Ansteckung verhindern: Impfung, Grippewelle und Hygiene zu Hause

Der beste Schutz vor der nächsten Grippe bleibt die jährliche Impfung, am besten im Oktober oder November (BZgA). Die Grippesaison läuft laut RKI üblicherweise von der 40. Kalenderwoche (Anfang Oktober) bis zur 20. Kalenderwoche (Mitte Mai). Von einer Grippewelle spricht das RKI, wenn in mindestens jeder fünften untersuchten Patientenprobe Influenzaviren nachgewiesen werden, die Positivrate also bei mindestens 20 Prozent liegt. Ob gerade Grippe aktuell ist, zeigen die wöchentlichen RKI-Berichte zu akuten Atemwegserkrankungen.

Grippeviren verbreiten sich laut RKI über ausgeatmete Partikel, Hände und verunreinigte Oberflächen. Entsprechend setzen die Behörden an drei Stellen an.

  • Zu Hause bleiben und Kontakte einschränken: in der akuten Phase, besonders gegenüber Säuglingen, Kleinkindern und Schwangeren (BZgA).
  • Mund-Nasen-Schutz: Erkrankte sollten laut BZgA einen Mund-Nasen-Schutz zum Fremdschutz tragen, vor allem, wenn Kontakt zu Risikogruppen unvermeidbar ist.
  • Lüften: Regelmäßiges Stoßlüften in geschlossenen Räumen senkt laut BZgA das Übertragungsrisiko; das Krankenzimmer regelmäßig durchlüften.
  • Hände: regelmäßig und gründlich mit Wasser und Seife waschen und sich nicht mit ungewaschenen Händen ins Gesicht fassen (BZgA).
  • Husten und Niesen: in ein Taschentuch oder die Armbeuge, von anderen abwenden, benutzte Taschentücher sofort in den Müll (BZgA, gesund.bund.de).
  • Oberflächen und Abstand: Das RKI nennt Händewaschen, Flächendesinfektion und – soweit möglich – Abstand zu Personen mit Symptomen als Standardmaßnahmen.

Häufige Fragen

Wie lange ist man mit Grippe ansteckend?

Nach dem RKI im Mittel etwa 4 bis 5 Tage ab dem ersten Symptomtag; bei Krankenhauspatienten wurden im Schnitt 7 Tage gemessen. BZgA und gesund.bund.de sprechen von bis zu einer Woche. Kinder und Menschen mit geschwächtem Immunsystem können länger ansteckend sein. Rechnen Sie bei sonst gesunden Erwachsenen mit einer Woche ab Symptombeginn – und mit deutlich weniger Risiko, sobald Fieber und Krankheitsgefühl weg sind.

Ist man bei Grippe schon vor den ersten Symptomen ansteckend?

Ja. Das RKI schreibt, dass eine Virusausscheidung vor Symptombeginn möglich ist, nennt aber keine Zahl. Die BZgA sagt: bereits am Tag vor Beginn der Beschwerden. CDC und RIVM setzen ebenfalls einen Tag vorher an, das italienische ISS zwei Tage. Frühes Zuhausebleiben schützt deshalb viel, aber nicht vollständig – ein Teil der Übertragungen passiert, bevor jemand weiß, dass er krank ist.

Wie lange dauert eine Grippe?

Laut RKI in der Regel 5 bis 7 Tage, je nach Konstitution, Komplikationen und Risikofaktoren auch deutlich länger. Die Beschwerden lassen laut gesund.bund.de meist innerhalb einer Woche deutlich nach; Erschöpfung und Husten halten oft länger an. Bessern sich Fieber und Krankheitsgefühl nach 7 Tagen nicht, lassen Sie sich ärztlich beraten.

Wann ist Grippe am ansteckendsten?

Das RKI nennt keinen Höhepunkt, sondern einen Mittelwert von 4 bis 5 Tagen. CDC und RIVM legen die ansteckendste Phase in die ersten drei Krankheitstage. Dazu passt die RKI-Beobachtung, dass die Wahrscheinlichkeit eines positiven Tests nach den ersten zwei Krankheitstagen sinkt. Wenn Sie Kontakte nur an wenigen Tagen vermeiden können, dann an den ersten Tagen mit Fieber und Husten.

Wie lange ist Grippe bei Kindern ansteckend?

Länger als bei Erwachsenen, sagen RKI und BZgA – ohne eine Zahl zu nennen. Zur Orientierung: Thuisarts.nl in den Niederlanden nennt bis zu 14 Tage, Ameli in Frankreich bis zu 7 Tage. Eine deutsche Wiederzulassungsregel für Kita oder Schule gibt es bei Grippe nicht; es gilt die BZgA-Empfehlung von 3 bis 5 Tagen und bis zur deutlichen Besserung.

Bin ich noch ansteckend, wenn ich nur noch huste?

Nicht unbedingt. Das RKI misst die Ansteckungsfähigkeit als Ausscheidung vermehrungsfähiger Viren – im Mittel 4 bis 5 Tage – und nicht an Symptomen. Husten kann laut BZgA und gesund.bund.de deutlich länger anhalten als die Grippe selbst. Ein Resthusten in der zweiten oder dritten Woche ist deshalb kein Beleg für Ansteckung. Ausnahme: Bei Kindern und schwer Erkrankten kann die Ausscheidung länger dauern.

Wann darf ich nach einer Grippe wieder arbeiten?

Es gibt keine gesetzliche Frist. Die BZgA empfiehlt, 3 bis 5 Tage und bis zur deutlichen Besserung zu Hause zu bleiben – beide Bedingungen müssen erfüllt sein. Wenn Sie zurückgehen und Kontakt zu Risikogruppen nicht vermeiden können, tragen Sie einen Mund-Nasen-Schutz. Ob Sie eine Krankschreibung brauchen, hängt von Ihrer Arbeitsstelle ab; an der Ansteckungsdauer ändert das nichts.

Ab wann darf mein Kind nach einer Grippe wieder in die Kita oder Schule?

Grippe steht nicht auf der Liste des § 34 Infektionsschutzgesetz; ein gesetzliches Besuchsverbot gibt es dafür nicht. Es gilt die BZgA-Empfehlung: 3 bis 5 Tage und bis zur deutlichen Besserung zu Hause. Weil Kinder laut RKI länger Viren ausscheiden können, nehmen Sie eher das obere Ende und warten, bis Ihr Kind fieberfrei und wieder munter ist.

Bin ich mit Grippemedikamenten kürzer ansteckend?

Das lässt der RKI-Ratgeber offen. Er empfiehlt, antivirale Mittel wie Oseltamivir innerhalb von 48 Stunden nach Symptombeginn zu beginnen, macht aber keine Aussage dazu, ob sie die Ansteckungsdauer verkürzen. gesund.bund.de nennt Hinweise auf eine um knapp einen Tag kürzere Krankheit. Halten Sie sich deshalb auch unter Behandlung an die 3 bis 5 Tage der BZgA.

Wie lange bin ich ansteckend, wenn das Fieber weg ist?

Fieberfreiheit gehört zur „deutlichen Besserung“, die die BZgA verlangt; die zweite Bedingung sind die 3 bis 5 Tage. Sind Sie am vierten Tag fieberfrei und deutlich besser, ist das Ansteckungsrisiko nach den RKI-Zahlen stark gesunken, aber nicht null: Das RKI-Mittel liegt bei 4 bis 5 Tagen, die Obergrenze bei etwa 7. In Gegenwart von Risikogruppen bleibt die Maske bis zum Ende der Woche sinnvoll.

Was ist eine Grippewelle – und woran erkenne ich, ob gerade Grippe aktuell ist?

Das RKI spricht von einer Grippewelle, wenn in mindestens jeder fünften untersuchten Patientenprobe Influenzaviren nachgewiesen werden, also bei einer Positivrate von mindestens 20 Prozent. Die Grippesaison reicht üblicherweise von der 40. Kalenderwoche Anfang Oktober bis zur 20. Kalenderwoche Mitte Mai. Den aktuellen Stand veröffentlicht das RKI wöchentlich in seinen Berichten zu akuten Atemwegserkrankungen.

Wie lange sollte ich Großeltern oder ein Neugeborenes meiden?

Mindestens die Woche ab Symptombeginn, die RKI, BZgA und gesund.bund.de als Ansteckungszeitraum nennen, und bis Sie beschwerdefrei sind. Säuglinge, Ältere, Schwangere und Menschen mit Immunschwäche gehören laut BZgA zu den Gruppen, zu denen Erkrankte den Kontakt vermeiden sollen. Ist der Kontakt unvermeidbar, empfiehlt die BZgA einen Mund-Nasen-Schutz zum Fremdschutz.

Unsicher, was Sie haben, oder brauchen Sie Rat für Ihre Situation?

Mobi Doctor verbindet Sie per Video mit zugelassenen, in der EU registrierten Ärztinnen und Ärzten, meist innerhalb von 15 Minuten, täglich 7–23 Uhr MEZ.

Gehen Sie zum Arzt, wenn

  • Sie sind 65 oder älter, schwanger oder haben vor Kurzem entbunden
  • Sie haben eine chronische Erkrankung oder ein geschwächtes Immunsystem
  • Sie fühlen sich sehr krank oder sind kurzatmig
  • Ihre Symptome bessern sich nach 7 Tagen nicht
  • Sie sind wegen der Symptome eines Babys oder Kindes besorgt

Im Notfall die 112 anrufen. Dieses Tool ist nicht für Notfälle.

  • plötzliche Brustschmerzen
  • schwere Atemnot — Nach-Luft-Schnappen, Ersticken oder kein Sprechen möglich
  • Bluthusten

Über diese Seite

Ärztlich geprüft

Erstellt von der medizinischen Redaktion von Mobi Doctor. Jede Zahl auf dieser Seite ist auf eine datierte offizielle Quelle zurückgeführt, aufgelistet unter Quellen. Die sechs nationalen Empfehlungen werden getrennt gehalten: Wo eine Behörde nichts veröffentlicht, sagt die Seite das, statt die Zahl eines Nachbarlandes zu übernehmen. Jede Zahl wurde vor der Veröffentlichung unabhängig an ihrer Quelle geprüft.

Ärztlich geprüft von Dr. Chrysoula Liakou, MD, PhD.

Etwas veraltet? Schreiben Sie uns über die Kontaktseite, wir prüfen es an der Quelle. Kontakt

Quellen

  1. RKI-Ratgeber Influenza (saisonal) — Robert Koch-Institut (Stand 14.01.2026)
  2. Erregersteckbrief Grippe (Influenza) — BZgA infektionsschutz.de (Stand 23.04.2018)
  3. Atemwegsinfektionen — BZgA infektionsschutz.de (Stand 17.03.2025)
  4. Flu — NHS (Stand 03.02.2026)
  5. How Flu Spreads — CDC (Stand 17.09.2024)
  6. Reconnaitre la grippe — Ameli (Assurance Maladie) (Stand 07.10.2025)
  7. Gripe (enfermedades prevenibles, profesionales) — Ministerio de Sanidad (Stand 22.09.2026)
  8. Preguntas y respuestas sobre la vacunación frente a la gripe. Información para la ciudadanía (octubre 2021) — Ministerio de Sanidad (Stand 2021-10)
  9. Gripe — Comunidad de Madrid (Stand 21.09.2026)
  10. Influenza — EpiCentro / Istituto Superiore di Sanità (Stand 31.10.2025)
  11. Influenza — RIVM (Stand 18.03.2025)
  12. Häufig gestellte Fragen und Antworten zur Grippe (Influenza) — Robert Koch-Institut (Stand 03.12.2025)
  13. Grippe (Influenza) — gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) (Stand 29.11.2024)
  14. Empfehlungen für die Wiederzulassung zu Gemeinschaftseinrichtungen gemäß § 34 IfSG — Robert Koch-Institut (Epidemiologisches Bulletin 1/2023) (Stand 05.01.2023)
  15. Ik heb griep — Thuisarts.nl (Stand 10.08.2026)

Ansteckungszeiträume der anderen Krankheiten, die dieses Tool abdeckt.

Dieses Tool gibt allgemeine Informationen auf Basis veröffentlichter Empfehlungen. Es stellt keine Diagnose und ersetzt keine ärztliche Beratung. Sie wählen die Krankheit selbst aus; wir ermitteln nicht, was Sie haben.

↑ Nach oben
Bin ich noch ansteckend?Kostenlos · dauert 20 Sekunden
Meine Daten berechnen