Hormontherapie in den Wechseljahren: Wege, Nutzen und Risiken
Die Hormontherapie ist die wirksamste Behandlung gegen Hitzewallungen: In den vom IQWiG ausgewerteten Studien hatten mit Hormonen noch 20 von 100 Frauen Hitzewallungen, ohne Hormone 66 von 100. Sie hat aber Risiken, und ob sie zu Ihnen passt, entscheiden Sie mit Ihrer Frauenärztin.
Medizinische Prüfung ausstehendSeite aktualisiert am 6. Nov. 2026Quellen geprüft am 6. Nov. 2026
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Das Wichtigste in KürzeWer die Hormontherapie verschreibtKosten: Was Kasse und Apotheke übernehmenFormen der HormontherapieWas die Hormontherapie bringtRisiken in ZahlenAlternativen ohne HormoneÄrztin per Video und Rezept aus dem EU-AuslandMit Hormontherapie auf Reisen in der EUWas S3-Leitlinie, IQWiG und NICE sagenNoch unsicher, ob es die Wechseljahre sind?Häufige FragenÜber diese SeiteQuellenDas Wichtigste in Kürze
- Die Hormontherapie ist die wirksamste Behandlung gegen Hitzewallungen und nächtliches Schwitzen; sie hat Risiken und eignet sich für eine begrenzte Zeit.1
- Mit Östrogen plus Gestagen hatten nach 8 Jahren 33 statt 26 von 1.000 Frauen Brustkrebs, 25 statt 15 eine Thrombose, 19 statt 14 einen Schlaganfall.2
- Unter Östrogen als Tablette ist das Risiko für Thromboembolien und Schlaganfall deutlich höher als über die Haut (Pflaster, Gel).3
- In Deutschland verschreibt die Frauenärztin oder der Frauenarzt; auf ein Kassenrezept fällt die gesetzliche Zuzahlung an.4,5
- Ein Rezept aus dem EU-Ausland gilt auch in deutschen Apotheken, wird dort aber wie ein Privatrezept behandelt.6
- Hormone gegen Wechseljahrsbeschwerden verhüten nicht: Verhüten Sie weiter bis 2 Jahre (unter 50) oder 1 Jahr (ab 50) nach der letzten Regel.1,7
Wer die Hormontherapie verschreibt
In Deutschland ist die Frauenärztin oder der Frauenarzt die Ansprechperson für Wechseljahrsbeschwerden.4 Eine Überweisung brauchen Sie dafür nicht; wer lieber zuerst in die Hausarztpraxis geht, kann das ebenfalls tun. Die menopausale Hormontherapie (MHT), früher Hormonersatztherapie (HRT) genannt, verschreibt in beiden Fällen eine Ärztin oder ein Arzt. In Österreich nennt das Gesundheitsportal die Fachärztin oder den Facharzt für Gynäkologie, bei Bedarf mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie.8 Die Leitlinie ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz dieselbe: Die S3-Leitlinie „Peri- und Postmenopause“ wird von den drei Fachgesellschaften gemeinsam getragen.3
Was die Ärztin vor dem Rezept klärt
Die S3-Leitlinie empfiehlt, perimenopausalen Frauen mit Hitzewallungen und Schweißausbrüchen eine menopausale Hormontherapie (MHT) anzubieten, wenn nichts dagegenspricht und nach Beratung über kurz- und langfristigen Nutzen und Risiken.3 Dazu gehören Ihre Vorgeschichte und die Ihrer Familie: Nach Brustkrebs soll keine systemische MHT erfolgen; nach Thrombosen und bei Risiko für Schlaganfall kommt eher die Anwendung über die Haut infrage als die Tablette.9 Ein Hormontest gehört ab 45 nicht dazu: Beschwerden und Zyklus reichen, und ein Hormonspiegel hat laut IQWiG keinen praktischen Nutzen.1
Geht das auch ohne Praxisbesuch?
Nicht ohne Ärztin: Hormonpräparate gegen Wechseljahrsbeschwerden gibt es auf Rezept, und die Entscheidung dafür fällt nach dem Abwägen von Vor- und Nachteilen zusammen mit der Ärztin oder dem Arzt.1 Ein Videogespräch ist ein ärztliches Gespräch: Die Ärztin geht Beschwerden und Vorgeschichte durch und entscheidet mit Ihnen, ob eine Hormontherapie passt; Untersuchungen vor Ort ersetzt es nicht. Wie das geht, steht unter Ärztin per Video.
Kann die Frauenärztin eine Hormontherapie ablehnen?
Ja, wenn sie für Sie nicht geeignet ist, etwa nach Brustkrebs, oder wenn Nutzen und Risiken in Ihrem Fall nicht zusammenpassen.3 Fragen Sie nach den Gründen und nach den Alternativen ohne Hormone; eine zweite Meinung ist Ihr gutes Recht, und das Gesundheitsportal Österreichs nennt für komplexe Fragen Fachärztinnen mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie.8
Kosten: Was Kasse und Apotheke übernehmen
In Deutschland
Verschreibt Ihre Ärztin die Hormontherapie auf Kassenrezept, zahlen gesetzlich Versicherte in der Apotheke die gesetzliche Zuzahlung: zehn Prozent des Abgabepreises, mindestens fünf und höchstens zehn Euro, aber nie mehr als das Mittel kostet. Wer im Jahr mehr als zwei Prozent des Bruttoeinkommens an Zuzahlungen erreicht hat, chronisch Kranke ein Prozent, kann sich für den Rest des Jahres befreien lassen.5 Auf ein Privatrezept zahlen Sie den Apothekenpreis selbst.
Ein Rezept einer Ärztin aus einem anderen EU-Land, etwa aus einem Videogespräch, können Sie grundsätzlich auch in einer deutschen Apotheke einlösen; es wird wie ein Privatrezept behandelt, Sie zahlen zuerst, und Ihre Krankenkasse prüft auf Antrag, ob sie nach deutschen Regeln erstattet.6,10
In Österreich
Auf ein Kassenrezept fällt die Rezeptgebühr an; wer im Kalenderjahr zwei Prozent des Jahresnettoeinkommens an Rezeptgebühren erreicht hat, ist für den Rest des Jahres automatisch befreit, und bestimmte Gruppen sind generell befreit.11 Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung, bei bestimmten Leistungen mit Selbstbehalt.8
In der Schweiz
Die Schweiz ist nicht Teil der EU-Regel zur Anerkennung von Rezepten; fragen Sie Ihre Apotheke, ob sie ein Rezept einer EU-Ärztin beliefert, und klären Sie die Kostenübernahme mit Ihrer Krankenkasse.12
Formen der Hormontherapie
Frauen mit Gebärmutter erhalten Östrogen zusammen mit einem Gestagen, weil Östrogen allein die Gebärmutterschleimhaut wuchern lassen kann; ohne Gebärmutter reicht Östrogen allein. Die Kombination gibt es kontinuierlich (beide Hormone täglich) oder zyklisch (eine Phase nur Östrogen, dann beide).2
- Tabletten oder Kapseln.2
- Pflaster, ein- bis zweimal pro Woche gewechselt, und Gel für die Haut.2
- Nasenspray und Spritzen.2
- Vaginal als Creme, Gel, Tablette, Zäpfchen oder Ring, der etwa alle drei Monate gewechselt wird; nur in der Scheide angewendet, meist ohne Gestagen.2
- Hormonspirale als Gestagenanteil: Sie kann bis zu 5 Jahre liegen und verhütet zugleich.13
Tibolon, ein synthetisches Hormon mit östrogen- und gestagenartiger Wirkung, wird in Deutschland selten verschrieben.2 „Bioidentische“ oder „natürliche“ Hormone sind nicht sicherer oder natürlicher als synthetische, und bei individuell gemischten Präparaten wird die Qualität oft nicht kontrolliert; NICE nennt Wirksamkeit und Sicherheit nicht zugelassener Hormonzubereitungen unbekannt.9
Welche Form ist die sicherste?
Über die Haut: Die S3-Leitlinie weist darauf hin, dass das Risiko für Thromboembolien und Schlaganfall unter oraler Östrogentherapie deutlich höher ist, und NICE sagt, das Thromboserisiko steigt mit Tabletten, nicht mit Pflastern, Gelen oder Sprays.3,9 Laut dem österreichischen Gesundheitsportal ist das Risiko für Hormone, die über Pflaster oder Gel aufgenommen werden, nach derzeitigem Wissen geringer.8
Was die Hormontherapie bringt
Hitzewallungen: Am Ende der Studien hatten noch 66 von 100 Frauen mit Placebo Hitzewallungen, aber nur 20 von 100 Frauen, die Östrogen oder Östrogen plus Gestagen nahmen. Auch Schlafprobleme, Stimmungsschwankungen, depressive Verstimmungen und Schmerzen beim Sex können sich bessern, ebenso Sexualleben und Lebensqualität.2 Gewicht: Hormone verursachen weder eine Gewichtszunahme, noch verhindern sie eine.
Knochen: Nach 8 Jahren hatten 126 statt 154 von 1.000 Frauen einen Knochenbruch; möglicherweise sinkt auch das Darmkrebsrisiko leicht.2 Zur Vorbeugung von Herzkrankheiten oder Demenz soll die Hormontherapie dagegen nicht eingesetzt werden.14
Vaginales Östrogen
Nur in der Scheide angewendet, baut es die dünne, trockene Schleimhaut wieder auf, kann Schmerzen beim Sex vorbeugen und bei Harninkontinenz und überaktiver Blase helfen; ein Gestagen ist meist nicht nötig.2 Die S3-Leitlinie empfiehlt, es Patientinnen mit Beschwerden einer vulvovaginalen Atrophie anzubieten.3 Gegen Hitzewallungen hilft es nicht.15
Risiken in Zahlen
Die Zahlen des IQWiG beziehen sich auf Östrogen plus Gestagen über 8 Jahre, je 1.000 Frauen, verglichen mit Placebo:2
- Brustkrebs: 33 statt 26, also 7 zusätzliche Fälle. Das Risiko kann nach dem Absetzen noch eine Zeit lang erhöht bleiben, wenn die Behandlung länger als 5 Jahre dauerte. Mit Östrogen allein zeigte sich kein erhöhtes Brustkrebsrisiko.2 Laut S3-Leitlinie kann eine MHT das Brustkrebsrisiko gering erhöhen; nach Brustkrebs soll keine systemische MHT erfolgen.3
- Thrombosen: 25 statt 15, also 10 zusätzliche Fälle; mit Östrogen allein ähnlich.2 Über die Haut ist das Risiko deutlich niedriger als mit Tabletten.3,9
- Schlaganfall: 19 statt 14, also 5 zusätzliche Fälle; mit Östrogen allein ähnlich.2 Unter 60 ist das Grundrisiko sehr niedrig; es steigt mit oralem Östrogen und über die Haut wahrscheinlich nicht.9
- Demenz: Nach einer Übersichtsarbeit erkrankten Frauen nach langjähriger Therapie häufiger an Demenz; NICE sieht ein mögliches Risiko nur bei kombinierter Therapie, die ab 65 begonnen wird.2,9
- Herz: Eine Hormontherapie erhöht das Risiko einer koronaren Herzkrankheit nicht, schützt aber auch nicht davor.9,2
Frauen, die Brustkrebs haben oder hatten, sollten keine Hormonpräparate einnehmen und Alternativen mit der Ärztin besprechen.2
Wie lange, und wie absetzen?
Meist genügt eine kurzfristige Behandlung: so kurz wie möglich und in möglichst niedriger Dosierung. Nach dem Absetzen können Hitzewallungen zurückkommen; in einer US-Studie nach etwa 6 Jahren Einnahme bei mehr als der Hälfte der Frauen. Ein schrittweises Senken der Dosis in Absprache mit der Frauenärztin zeigt, wann die Beschwerden nachlassen.2 Das österreichische Gesundheitsportal fasst es so: so viel wie notwendig und so wenig wie möglich.8
Blutungen unter der Hormontherapie
Mit zyklischer Kombinationstherapie ist eine regelmäßige Blutung zu erwarten;13,9 regelähnliche Blutungen und Brustspannen gehören zu den kurzfristigen Nebenwirkungen.2 Die britische Leitlinie NICE, aktualisiert am 15. April 2026: Blutungen sind in den ersten 6 Monaten einer systemischen Hormontherapie und in den 3 Monaten nach einer Änderung von Dosis oder Präparat häufig; dauern ungeplante Blutungen darüber hinaus an, soll zeitnah ärztlicher Rat eingeholt werden. Jede Blutung nach 12 Monaten ohne Regel, wenn Sie keine Hormontherapie nehmen, muss ärztlich abgeklärt werden: meist harmlos, aber möglicherweise ein Zeichen für Krebs.16
Alternativen ohne Hormone
Zwei nichthormonelle Medikamente gegen mittlere bis starke Hitzewallungen sind in der EU zugelassen: Fezolinetant seit dem 7. Dezember 2023 und Elinzanetant seit dem 17. November 2025; die S3-Leitlinie nennt beide als Option für postmenopausale Frauen unter Beachtung der Fachinformation.17,18,3 SSRI (bestimmte Antidepressiva) können gegen Hitzewallungen eingesetzt werden, aber nicht routinemäßig als Mittel der ersten Wahl.9 Eine kognitive Verhaltenstherapie kann Lebensqualität und Schlaf verbessern; NICE nennt eine auf die Wechseljahre zugeschnittene KVT als Option bei Hitzewallungen. Für die meisten pflanzlichen Mittel wie Traubensilberkerze, Rotklee oder Phytoöstrogene fehlt der wissenschaftliche Nachweis.8
Ärztin per Video und Rezept aus dem EU-Ausland
Bekommen Sie nicht bald einen Termin, oder sind Sie unterwegs, verbindet Mobi Doctor Sie per Video mit einer in der EU zugelassenen Ärztin oder einem Arzt, in der Regel innerhalb von 15 Minuten, täglich von 7 bis 23 Uhr (MEZ). Die Ärztin geht Beschwerden und Vorgeschichte durch und entscheidet mit Ihnen, ob eine Hormontherapie passt; ein Rezept gibt es nur, wenn sie geeignet ist. Wie das abläuft, steht unter Wechseljahre online behandeln.
Das Rezept in der deutschen Apotheke
Ein Rezept aus dem EU-Ausland können Sie grundsätzlich auch in einer deutschen Apotheke einlösen; es wird wie ein Privatrezept behandelt, und damit die Apotheke ein gleichwertiges Präparat abgeben kann, stehen Wirkstoff, Darreichungsform, Menge, Stärke und Dosierung darauf.6 Bringen Sie einen Ausdruck mit. Manche Arzneimittel sind nicht in jedem EU-Land zugelassen oder verfügbar.12
Mobi Doctor verbindet Sie per Video mit einer in der EU zugelassenen Ärztin oder einem Arzt, in der Regel innerhalb von 15 Minuten, täglich von 7 bis 23 Uhr (MEZ).
Mit Hormontherapie auf Reisen in der EU
Ein Rezept einer Ärztin aus einem EU-Land gilt in allen anderen EU-Ländern, eingelöst wird es nach den Regeln des Landes, in dem Sie es abholen. Lassen Sie den Wirkstoff (etwa Estradiol oder Progesteron), die Darreichungsform, Stärke und Dosierung aufschreiben, nicht nur den Markennamen, und nehmen Sie eine Papierfassung mit.12 Über MyHealth@EU können EU-Bürgerinnen ihre Medikamente in einem anderen EU-Land abholen, indem ihr E-Rezept online übermittelt wird; fragen Sie vorher, ob das zwischen Ihrem Land und Ihrem Ziel schon möglich ist.19
Die Hormontherapie heißt in Europa unterschiedlich: THS in Spanien, THM in Frankreich, TOS in Italien, HRT in Irland.20,21,22,23 Wer in den einzelnen Ländern die erste Ansprechperson ist, steht im Wechseljahre-Test unter Versorgung in der EU. Prüfen Sie vor der Reise den Medicine Shortage Tracker und die Seiten zur Reisegesundheit (beide auf Englisch).
Was S3-Leitlinie, IQWiG und NICE sagen
Die Quellen, auf die sich diese Seite am stärksten stützt, was jede zur Hormontherapie sagt und die Fassung, die wir am 6. November 2026 gelesen haben.
| Quelle | Was darin steht | Gelesene Fassung |
|---|---|---|
| S3-Leitlinie Peri- und Postmenopause (DGGG, OEGGG, SGGG) | Perimenopausalen Frauen mit Hitzewallungen soll eine MHT angeboten werden, nach Beratung über Nutzen und Risiken; Östrogen plus Gestagen mit Gebärmutter, Östrogen allein ohne; Thromboembolie- und Schlaganfallrisiko unter oralem Östrogen deutlich höher; MHT kann das Brustkrebsrisiko gering erhöhen; nach Brustkrebs keine systemische MHT; lokales Östrogen bei vulvovaginaler Atrophie.3 | Kurzfassung, Konsultationsfassung 2026 |
| IQWiG – gesundheitsinformation.de, Hormontherapie | Hitzewallungen bei 20 statt 66 von 100 Frauen; nach 8 Jahren je 1.000 Frauen 7 zusätzliche Brustkrebsfälle, 10 zusätzliche Thrombosen, 5 zusätzliche Schlaganfälle, 28 Knochenbrüche weniger; so kurz wie möglich, so niedrig dosiert wie möglich.2 | Aktualisiert am 2. Januar 2023 |
| gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) | Ansprechpartnerin ist die Frauenärztin; Östrogen-Gestagen-Kombinationen sind die wirksamste Hormonoption, Östrogen allein ohne Gebärmutter; nicht risikofrei: Blutgerinnsel, Schlaganfall, Brustkrebs bei langer Anwendung.4 | Stand 3. Februar 2023 |
| Bundesministerium für Gesundheit, Zuzahlungsregelungen | Zuzahlung zehn Prozent des Abgabepreises, mindestens fünf und höchstens zehn Euro, nie mehr als die Kosten; Belastungsgrenze zwei Prozent des Bruttoeinkommens, ein Prozent für chronisch Kranke.5 | Stand 8. September 2026 |
| Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland | Ein Rezept aus dem EU-Ausland kann grundsätzlich auch in einer deutschen Apotheke eingelöst werden; es wird wie ein Privatrezept behandelt.6 | Aktualisiert am 3. November 2026 |
| NICE, Leitlinie NG23 (Vereinigtes Königreich) | Hormontherapie bei Hitzewallungen anbieten; Thromboserisiko steigt mit Tabletten, nicht über die Haut; Blutungen in den ersten 6 Monaten häufig, danach abklären; Demenzrisiko möglicherweise nur bei kombinierter Therapie ab 65.9,14 | Aktualisiert am 15. April 2026 |
Wo sich die Quellen unterscheiden, folgt diese Seite dem IQWiG für die Zahlen, der S3-Leitlinie für die Empfehlungen und NICE für die Blutungsregel.
Noch unsicher, ob es die Wechseljahre sind?
Beschwerden können laut der irischen Gesundheitsbehörde HSE 7 bis 10 Jahre vor dem Ende der Regel beginnen.24 Der kostenlose Wechseljahre-Test erfasst Ihren Zyklus und 12 häufige Beschwerden in etwa 2 Minuten und gibt Ihnen eine Zusammenfassung für Ihre Frauenärztin.25
Häufige Fragen
Wer verschreibt die Hormontherapie in den Wechseljahren?
In Deutschland die Frauenärztin oder der Frauenarzt.4 Eine Überweisung brauchen Sie nicht; auch die Hausarztpraxis kann der erste Schritt sein. In Österreich nennt das Gesundheitsportal die Fachärztin für Gynäkologie.8 Ein Videogespräch mit einer in der EU zugelassenen Ärztin ist ein ärztliches Gespräch; ein Rezept gibt es nur, wenn die Therapie geeignet ist.
Zahlt die Krankenkasse die Hormontherapie?
Auf ein Kassenrezept zahlen gesetzlich Versicherte in Deutschland die gesetzliche Zuzahlung; ab der Belastungsgrenze können Sie sich befreien lassen.5 Ein Rezept aus dem EU-Ausland, etwa aus einem Videogespräch, gilt grundsätzlich auch in einer deutschen Apotheke, aber als Privatrezept: Sie zahlen zuerst, die Kasse prüft die Erstattung auf Antrag; auf dem Rezept stehen Wirkstoff, Darreichungsform, Menge, Stärke und Dosierung.6,10
Welche Form der Hormontherapie ist am sichersten?
Die Anwendung über die Haut: Die S3-Leitlinie weist darauf hin, dass das Risiko für Thromboembolien und Schlaganfall unter Östrogen als Tablette deutlich höher ist, und NICE sagt, das Thromboserisiko steigt mit Tabletten, nicht mit Pflastern, Gelen oder Sprays.3,9
Erhöht die Hormontherapie das Brustkrebsrisiko?
Östrogen plus Gestagen: Nach 8 Jahren hatten 33 statt 26 von 1.000 Frauen Brustkrebs, also 7 zusätzliche Fälle; mit Östrogen allein zeigte sich kein erhöhtes Risiko.2 Nach Brustkrebs soll laut S3-Leitlinie keine systemische Hormontherapie erfolgen.3
Wie lange darf man Hormone in den Wechseljahren nehmen?
Meist genügt laut IQWiG eine kurzfristige Behandlung, so kurz wie möglich und so niedrig dosiert wie möglich; das Brustkrebsrisiko kann nach dem Absetzen erhöht bleiben, wenn die Behandlung länger als 5 Jahre dauerte.2 Wann Sie aufhören, entscheiden Sie mit Ihrer Frauenärztin, am besten schrittweise.
Hilft die Hormontherapie gegen Gewichtszunahme?
Nein. Nach den Studien, die das IQWiG ausgewertet hat, verursachen Hormone weder eine Gewichtszunahme, noch verhindern sie eine.2
Schützt die Hormontherapie vor Osteoporose?
Sie senkt das Risiko für Knochenbrüche: Nach 8 Jahren hatten 126 statt 154 von 1.000 Frauen einen Bruch.2 Zur Vorbeugung von Herzkrankheiten oder Demenz soll sie dagegen nicht eingesetzt werden.14
Sind bioidentische Hormone besser?
Nein. „Bioidentische“ oder „natürliche“ Hormone sind laut IQWiG nicht sicherer oder natürlicher als synthetische, und bei individuell gemischten Präparaten wird die Qualität oft nicht kontrolliert; NICE nennt Wirksamkeit und Sicherheit nicht zugelassener Hormonzubereitungen unbekannt.2,9
Was tun bei Blutungen unter der Hormontherapie?
In den ersten 6 Monaten und in den 3 Monaten nach einer Änderung von Dosis oder Präparat sind Blutungen häufig; ungeplante Blutungen darüber hinaus soll laut NICE zeitnah eine Ärztin abklären.9 Mit zyklischer Kombinationstherapie ist eine regelmäßige Blutung zu erwarten; mehr unter Blutungen unter der Hormontherapie.13
Verhütet die Hormontherapie?
Nein. Hormone gegen Wechseljahrsbeschwerden schützen nicht vor einer Schwangerschaft.1 Verhüten Sie weiter bis 2 Jahre nach der letzten Regel, wenn Sie unter 50 sind, und 1 Jahr danach, wenn Sie 50 oder älter sind; eine Hormonspirale als Gestagenanteil verhütet zugleich.7,13
Kann ich die Hormontherapie per Video mit einer Ärztin besprechen?
Ja. Mobi Doctor verbindet Sie per Video mit einer in der EU zugelassenen Ärztin oder einem Arzt, in der Regel innerhalb von 15 Minuten, täglich von 7 bis 23 Uhr (MEZ); die Ärztin entscheidet mit Ihnen, ob eine Hormontherapie passt. Untersuchungen vor Ort und Notfälle ersetzt das nicht: Rufen Sie im Notfall die 112 an.
Hormone in den Wechseljahren: ja oder nein?
Ja, wenn Hitzewallungen oder Schweißausbrüche Sie belasten und nichts dagegenspricht: Dann soll die Ärztin laut S3-Leitlinie eine MHT anbieten, nach Beratung über Nutzen und Risiken.3 Nein bei geringen Beschwerden oder nach Brustkrebs; dann sind die Alternativen ohne Hormone dran.8
Mobi Doctor verbindet Sie per Video mit einer in der EU zugelassenen Ärztin oder einem Arzt, in der Regel innerhalb von 15 Minuten, täglich von 7 bis 23 Uhr (MEZ).
Über diese Seite
Geschrieben vom medizinischen Redaktionsteam von Mobi Doctor. Jede medizinische Aussage auf dieser Seite ist einer Quelle unter „Quellen“ zugeordnet, meist Leitlinien und Seiten von Gesundheitsbehörden, und wurde vor der Veröffentlichung damit abgeglichen.
Die Zahlen zu Nutzen und Risiken stammen aus der IQWiG-Seite „Hormontherapie gegen Wechseljahrsbeschwerden“ (Stand 2. Januar 2023), die Empfehlungen aus der Konsultationsfassung 2026 der S3-Leitlinie; die Regeln zu Zuzahlung, Rezeptgebühr und Rezepten aus dem EU-Ausland wurden am 6. November 2026 gelesen.
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Quellen
- Wechseljahrsbeschwerden — IQWiG – gesundheitsinformation.de (aktualisiert 2. Januar 2023)
- Hormontherapie gegen Wechseljahrsbeschwerden — IQWiG – gesundheitsinformation.de (aktualisiert 2. Januar 2023)
- S3-Leitlinie Peri- und Postmenopause – Diagnostik und Interventionen (AWMF 015-062), Kurzfassung, Konsultationsfassung Juni 2026 — AWMF / DGGG, OEGGG, SGGG (Konsultationsfassung 2026 (Entwurf, gelesen 6. November 2026))
- Wechseljahre — gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) (Stand 3. Februar 2023)
- Zuzahlungsregelungen der gesetzlichen Krankenversicherung — Bundesministerium für Gesundheit (Stand 8. September 2026)
- Medikamente in der Apotheke im Ausland kaufen – Rezepte aus dem EU-Ausland — Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland (EVZ) (aktualisiert 3. November 2026)
- About hormone replacement therapy (HRT) — NHS (reviewed 7 Feb 2023)
- Wechseljahre: Therapie — gesundheit.gv.at (aktualisiert 24. November 2020)
- Menopause: identification and management (NG23) — NICE (updated 15 Apr 2026)
- Directive 2011/24/EU on patients’ rights in cross-border healthcare, Article 11 — EU (2011)
- Rezeptgebühr und Rezeptgebührenbefreiung — oesterreich.gv.at (Bundeskanzleramt) (letzte Aktualisierung 1. Januar 2026)
- Prescriptions abroad — Your Europe (European Commission) (checked 9 Oct 2025)
- Types of HRT — HSE (reviewed 1 May 2025)
- Updated menopause guidance includes discussion aid to support conversations about HRT — NICE (Nov 2024)
- Types of hormone replacement therapy (HRT) — NHS (reviewed 9 Mar 2023)
- Postmenopausal bleeding — NHS (reviewed 24 Sep 2026)
- Fezolinetant: European public assessment report (EPAR) — European Medicines Agency (authorised 7 Dec 2023)
- Elinzanetant: European public assessment report (EPAR) — European Medicines Agency (authorised 17 Nov 2025)
- Electronic cross-border health services (MyHealth@EU) — European Commission
- Menopausia — Comunidad de Madrid
- Périménopause et ménopause : mode de vie et traitement — ameli.fr (Assurance Maladie)
- Terapia ormonale sostitutiva (TOS) — ISSalute (Istituto Superiore di Sanità)
- Menopause — HSE (reviewed 28 Jul 2025)
- Menopause symptoms — HSE (reviewed 28 Jul 2025)
- Executive summary of the Stages of Reproductive Aging Workshop + 10 (STRAW+10). Menopause 2012;19(4):387–395 — Harlow SD et al. (2012)
Diese Seite gibt allgemeine Informationen auf Basis veröffentlichter Leitlinien. Sie stellt keine Diagnose und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes, die Ihre Situation kennen.
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